21. Juni 12: Weltwärts zu sich selbst – Freiwilligendienst in Thailand

Ein Gespräch mit Jonas Hermanns

Der Abiturient Jonas Hermanns leistete anstelle seines Zivildienstes 2010/2011 in Kok Payom/Thailand einen “anderen Dienst im Ausland” (ADiA). Dort arbeitete er für die Entsendeorganisation SCI International, im Rahmen des “Weltwärts”-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit.

  • Wie arbeiten eigentlich solche Freiwilligendienste? Ist das ein Geschäftsmodell?
  • Was erleben Freiwillige, wenn sie sich einem solchen Programm anschließen?
  • Was treibt einen Menschen an, sich auf diese Weise zu engagieren?
  • Welche Folgen hat die Teilnahme an einem solchen Freiwilligendienst für die persönliche Entwicklung und das weitere Leben?
  • Welche besonderen Herausforderungen und Chancen bietet ein solcher, langer Aufenthalt in einer völlig fremden Kultur?

Jonas Hermanns wird uns von seinen Erfahrungen berichten. Im Gespräch wollen wir ausloten, was es mit dem Phänomen “Freiwilligendienst” auf sich hat und was Freiwilligeneinsätze für die Beteiligten bedeuten und bewirken.

Jonas Hermanns studiert zurzeit Philosophie an der Universität zu Köln. Im Wintersemester beginnt er sein Kunststudium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.

19:30 – 21:30 Uhr (Einlass von 19:00 – 19:30 Uhr)

Die Teilnahme ist kostenlos

Weitere Informationen

24. Mai 12: Umgang mit dem Fremden – interkulturelle Kompetenz

– ausgebucht –

Ein Gespräch über Diversity Management in weltumspannenden Konzernen mit der Medienwissenschaftlerin und Germanistin Christina Becker, M.A.

Viele Unternehmen haben Niederlassungen in verschiedenen Kontinenten und Staaten. Sie beschäftigen Menschen, die aus unterschiedlichen Kulturen stammen und ganz verschiedene Verhaltensweisen und Gepflogenheiten für selbstverständlich halten. Sie alle sollen zusammenwirken, um ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Innovation zu erstellen.

Unter dem Stichwort „Diversity Management“ werden Prozesse und Instrumente entworfen, um Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Herkünften und Merkmalen zu funktionierenden Teams und Belegschaften zu formen. Mit Trainings wird die „interkulturelle Kompetenz“ der Führungskräfte und Mitarbeitenden entwickelt oder verbessert.

  • Aber was genau ist eigentlich „interkulturelle Kompetenz“?
  • Geht es letztlich nicht um die Frage, wie wir mit fremden Anschauungen, Sprachen, Haltungen und Selbstverständnissen umgehen, die so ganz anders sind, als das uns Vertraute?
  • Wo dürfen und sollen Unterschiede gemacht werden und wo wird das Gemeinsame durchgesetzt ohne Rücksicht auf kulturelle Verluste?

Diesen Fragen und Erfahrungen mit dem Fremden am Arbeitsplatz in Unternehmen und Organisationen wollen wir im Gespräch nachgehen. Als Gast begrüßen wir die Medienwissenschaftlerin und Germanistin Christina Becker, M.A., die sich in ihrer Dissertation damit befasst, was ein weltweit agierender Konzern tut und tun kann, um die Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen zu ermöglichen und zu fördern.

19:30 – 21:30 Uhr (Einlass von 19:00 – 19:30 Uhr)

Die Teilnahme ist kostenlos.

Dieser Abend ist bereits ausgebucht. Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich.

Weitere Informationen

26. April 12: Unternehmerisches Engagement für eine gerechtere Welt

Ein Gespräch mit Hans-Jürgen Dörrich, Leiter Unternehmenskooperationen bei Don Bosco Mondo

„CSR und berufliche Bildung“ war das Thema eines Exposure-Programms, das Don Bosco Mondo und seine indischen Partner im Februar 2012 in Mumbai durchführten. Zu den Teilnehmer/-innen zählten neben Experten/-innen der Entwicklungszusammenarbeit aus Ministerien, Entwicklungsorganisationen und NROs (regierungsunabhängige Organisationen) auch Vertreter von Wirtschaftsunternehmen.

In Exposure Programmen setzen Teilnehmer/-innen sich besonderen Lebensbedingungen aus. Exposure Programme werden z.B. veranstaltet, um Menschen mit unterschiedlicher Herkunft und Aufgabenbereichen für die Armutsbekämpfung zu interessieren und an konkrete Aufgaben heranzuführen. Gewollter Nebeneffekt: intensive Vernetzung und viele persönliche Beziehungen bis hin zu Freundschaften, die über den Tag hinaus weiter bestehen. Mit Exposure Programmen kann die interkulturelle und soziale Kompetenz von Führungskräften und Mitarbeitenden signifikant verbessert werden.

  • Wie verläuft ein solches Exposure Programm?
  • Wie tief können wir uns wirklich auf die Welt der Armen einlassen und was ist eigentlich hier „interkulturelle Kompetenz“?
  • Von welchen besonderen Erfahrungen berichten die Teilnehmer/-innen?

Viele, auch kleinere Unternehmen agieren mittlerweile weltweit. Angesichts der vorgefundenen Armut stellen sie sich Fragen wie:

  • Wie können Unternehmen soziale Verantwortung übernehmen?
  • Was bringen CSR-Aktivitäten für die sozio-ökonomische Entwicklung der lokalen Gemeinwesen? (CSR = Corporate Social Responsibility)
  • Inwieweit kann das soziale Engagement eines Unternehmens auch das Geschäft fördern?

Diesen Fragen wollen wir im Gespräch nachgehen. Als Gast begrüßen wir Hans-Jürgen Dörrich, der sich als Leiter der Unternehmenskooperation von Don Bosco Mondo mit neuen Konzepten der Zusammenarbeit von Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen befasst. Er berichtet von den konkreten Erfahrungen aus dem Indien Exposure und was weltweit agierende Konzern unternehmen können, um passgenaue CSR Strategien zu entwickeln.

Don Bosco Mondo bezieht weltweit erfolgreich Unternehmen in Maßnahmen der Armutsbekämpfung durch berufliche Bildung ein.

29. März 12: Nur zwischen den Stühlen steht man aufrecht

oder: Führen, ohne sich aufzureiben oder aufzugeben.  – Mit dem Diplom-Psychologen Matthias Barkhausen

Zufriedenheit mit der Arbeit, Motivation zur Leistung, sinnvolle und herausfordernde Tätigkeiten – all das wird in Organisationen und  Unternehmen besonders von Führungskräften mit geprägt. Das Handlungsfeld von Führungskräften ist durch mannigfaltige Spannungen, Uneindeutigkeiten und Widersprüche bestimmt.

Sie stehen zwischen den Interessen der Mitarbeitenden und Zielen der Vorgesetzten, zwischen Wünschen der Kunden und gesetzlichen Vorschriften, zwischen Qualitätsansprüchen und Quantitätsanforderungen, zwischen den Ansprüchen verschiedener Gremien wie Personal- oder Betriebsräten, Aufsichtsräten und Mitgliederversammlungen. Aus dieser „Sandwich“-Position resultiert häufig das Gefühl, von Zerrissenheit oder zwischen den Stühlen zu sitzen, und es keinem recht machen zu können. Viele Führungskräfte setzen sich für ihre Mitarbeitenden ein und erleben, dass es dennoch nie genug zu sein scheint. Auch die Anforderungen der Leitenden von Unternehmen / Organisationen sind offenbar grenzenlos. Die Gefahr besteht, dass Führungskräfte in den Widersprüchen stecken bleiben und entweder willkürlich entscheiden oder sich ganz zurück nehmen.

  • Wie können sie sich in dieser Situation selbst steuern und orientieren?
  • Wie können sie trotz widersprüchlicher Anforderungen zufrieden und handlungsfähig bleiben?

Darüber möchten wir sprechen mit Dipl. Psych. Matthias Barkhausen, Coach, Trainer und Berater in Bonn/Bad Honnef (Barkhausen Health Care Consulting). Er begleitet Leitungs- und Führungskräfte – vor allem von  Einrichtungen des Gesundheitswesens – dabei, zwischen den Stühlen aufrecht zu stehen.

Dieser Salonabend liegt bereits in der Vergangenheit. Eine Anmeldung ist deshalb nicht mehr möglich.

23. Feb. 12: Privat = öffentlich?

Ein Abend zur Ethik des Privaten im Informationszeitalter mit dem Philosophen Michael Lindner

– ausgebucht –

Facebook, Google, Twitter und Blogs haben die Welt, in der wir leben grundlegend umgestaltet. Die Möglichkeiten der Verbreitung und Verarbeitung von Informationen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Dadurch scheint das globale Dorf Wirklichkeit zu werden – wir können heute mehr und vor allem unmittelbarer kommunizieren als vor einigen Jahrzehnten. Gleichzeitig hat sich der Umgang mit privaten Informationen gewandelt. Mit Aufkommen des Web 2.0 verschwimmen die Grenzen von Privatheit und Öffentlichkeit, die im 20. Jahrhundert Gültigkeit hatten. Vormals private Informationen werden bereitwilliger mitgeteilt und in der medialen Inszenierung von Politikern und Künstlern werden private Informationen wichtig, um ein Publikum anzusprechen und zu binden.

Die Informationstechnologie macht gleichzeitig auch eine effektivere Überwachung von Bürgern möglich. Die politischen Auseinandersetzungen um die Sicherheitspolitik in den letzten Jahren drehte sich auch darum, in welchem Ausmaß staatliche Organe mit Hilfe von Informationstechnologie in private Bereiche eindringen dürfen. In Deutschland werden Maßnahmen wie der „Bundestrojaner“ oder die „Vorratsdatenspeicherung“ als Eingriffe in die informationelle Privatheit kontrovers diskutiert.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen diskutieren wir mit Dr. des. Michael Lindner z.B. folgende Fragen:

  • Wie sollen Gesellschaften mit Privatheit umgehen?
  • Welchen Wert hat das Private? Was macht es schützenswert? Muss es auch in Zukunft geschützt werden?
  • Wie sieht eine Ethik der Privatheit unter den Bedingungen des Web 2.0 aus?
  • Welche Verantwortung für den Schutz privater Informationen haben Unternehmen, Staaten und die Personen selbst?

Dr. des. Michael Lindner hat soeben an der Universität Tübingen seine philosophische Dissertation zum Thema Privatheit im Informationszeitalter. Ethische Fragen der Privatheit in der Informationstechnik erfolgreich verteidigt.

Der Spezialist für Informations- und Wirtschaftsethik ist Lehrbeauftragter an der Universität Essen-Duisburg und der FH Heilbronn.

19:30 – 21:30 Uhr (Einlass von 19:00 – 19:30 Uhr)

Dieser Salonabend ist bereits ausgebucht.
Weitere Informationen

26. Jan. 12: „Der Maler-König mit den fünf Häuten“*

Ein Abend über den Künstler und Aktivisten Friedensreich Hundertwasser – mit Monika Demming-Pälmer, M.A.

Der Blick der Menschen auf die Natur ist von unterschiedlichen Einstellungen geprägt:  Zum einen wird sie als Lieferantin von Ressourcen gesehen, die abgebaut werden können und müssen. Wirtschaft als Teil der menschlichen Kultur organisiert diese Prozesse. Dagegen stehen Auffassungen, die den Menschen als Teil der Natur sehen und fragen, wie Natur- und Kulturraum als Einheit verstanden und behandelt werden können. In diesem Modell werden Ressourcen geschont und das Eigenrecht der Natur betont. Der Streit darüber, welche Sichtweise die „richtige“ ist zeigt sich zum Beispiel in den Kämpfen um „Stuttgart 21“ (Darf der alte Baumbestand dem neuen Bahnhof geopfert werden?) oder auch in Köln in den Diskussionen um den Ausbau des Godorfer Hafens (Neue Arbeitsplätze oder Erhaltung eines Naturschutzgebietes?).

Der Streit darüber, was „menschengerecht“ ist, wird schon lange geführt. Der Künstler und Aktivist Friedensreich Hundertwasser empörte sich schon 1958 über die Arbeit der Bauhaus-Architekten. Er wollte eine natur- und menschenfreundliche Architektur, in der jeder selbst die Verantwortung für die Gestaltung seiner Behausung übernehmen sollte. Er engagiert sich in ökologischen Fragen, setzte sich gegen Kernenergie ein und war gegen die Serienfabrikation einer durchorganisierten Industrie.

Monika Demming-Pälmer M.A., Projektleiterin des SelmaMeyerMentorings an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat sich intensiv mit dem Leben und Schaffen von Friedensreich Hundertwasser beschäftigt. Sie wird zu Beginn des Abends über ihn und die Wirkungen berichten, die von ihm ausgingen. Im anschließenden Gespräch geht es um die Frage, inwieweit wir Natur heute als Ressource im Wirtschaftskreislauf sehen oder als eine Gabe, für die wir verantwortlich sind und ob sich die beiden Ansichten ausschließen müssen.

19:30 – 21:30 Uhr (Einlass von 19:00 – 19:30 Uhr)

Dieser Termin liegt in der Vergangenheit. Eine Anmeldung ist nicht mehr möglich.

Weitere Informationen

* Veranstaltungstitel, vgl.:  Restany, Pierre: Die Macht der Kunst. Hundertwasser, der Maler-König mit den fünf Häuten, Köln 2001

8. Dez. 11: Schule und Wirtschaft – Partner für Bildungsgerechtigkeit und Selbstbestimmung?

Mit Armin Wambach, Beratungslehrer

Der deutsche Idealismus bereitete Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts den Boden für eine Reform an deutschen Schulen und Universitäten. Machthaber und Kirche sollten ihren Einfluss verlieren. Wilhelm von Humboldt war ein wichtiger Protagonist dieser Reform. Er schreibt:

Alle Schulen aber, deren sich nicht ein einzelner Stand, sondern die ganze Nation, oder der Staat für diese annimmt, müssen nur allgemeine Menschenbildung bezwecken. – Was das Bedürfnis des Lebens oder eines einzelnen seiner Gewerbe erheischt, muss abgesondert, und nach vollendetem allgemeinem Unterricht erworben werden. Wird beides vermischt, so wird die Bildung unrein, und man erhält weder vollständige Menschen noch vollständige Bürger einzelner Klassen.

(Wilhelm v. Humboldt: Litauischer Schulplan)

Bildung an Schulen und Hochschulen sollte zweckfrei sein. Sie sollte Menschen zu selbstverantwortlichem Denken und Handeln erziehen und zu mündigen Bürgern/-innen machen. „Berufsaus-Bildung“ sollte an anderer Stelle praktiziert werden.

Lehrer/-innen sind und fühlen sich auch heute diesen Idealen verpflichtet. Das Fach „Wirtschaft“ spielte daher auch nur in dafür spezialisierten Schulen eine Rolle. Durch die zunehmende Ökonomisierung unserer Gesellschaft steht den Schulen anscheinend immer weniger Geld für diese Art der unverzweckten Bildung zur Verfügung. Die Unternehmen und Wirtschaftsvertreter/-innen drängen darauf, dass Bildung so früh wie möglich Menschen zu Konsumenten/-innen, Arbeitnehmer/-innen und Fachkräften entwickelt.

Im Salon gibt Armin Wambach einen Einblick in die aktuelle Situation in Schulen heute.

  • Sind die angesprochenen Bildungsideale noch leitende Ideen für den Unterricht?
  • Welche Ansprüche an Mitwirkung erheben Unternehmen heute, wenn sie Schulen unterstützen?
  • Ist das Thema „Wirtschaft“ in Schulen erforderlich, damit wir vollständige Menschen und mündige Bürger/-innen werden können?

Armin Wambach ist Beratungslehrer am Erich-Gutenberg-Berufskolleg Köln für Wirtschaft und Verwaltung sowie Vorsitzender im Vorstand des Landesverbandes der Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer in NRW e.V.

19:30 – 21:30 Uhr (Einlass von 19:00 – 19:30 Uhr)

Die Teilnahme ist kostenlos.

Der Termin ist schon vorbei. Eine Anmeldung ist nicht mehr möglich.

Weitere Informationen

10. Nov. 11: Wie viel Bildung verträgt ein Unternehmen?

Als besonderer Gast: Dipl.-Sozialarbeiter Peter Hannappel, Personalentwickler, Organisationsberater und Supervisor

Bildungsexperten weisen aktuell wieder darauf hin, dass unsere Gesellschaft für schlechte Bildung und fehlende Berufsabschlüsse mit steigenden finanziellen Lasten und eingeschränkten Wachstumsmöglichkeiten zahlen muss. Das Thema „Bildung“ ist auch Teil der betrieblichen Führungskräfteentwicklung und polarisiert zumeist die Gemüter. Zum einen wird von allen Akteuren betont, dass jede/-r im Unternehmen um lebenslanges Lernen nicht herum kommt und der gezielte Aufbau von Wissen und Fähigkeiten unabdingbar ist. Zum anderen werden Bildungsprozesse mit dem Etikett „Erholungsmaßnahmen“ in einen Gegensatz zur profitbringenden Produktionsarbeit gebracht und abgewertet.  Bildung stört aus dieser Perspektive die Abläufe. Ihr Beitrag zum Erfolg am Markt wird häufig bezweifelt. Eine regelrechte Theoriefeindlichkeit und eine Abwehr komplexer und abstrakter Inhalte ist nicht selten.

Wir wollen an diesem Abend mit dem Personal- und Organisationsentwickler Peter Hannappel den Fragen nachgehen,

  • welche Art von Bildung in den Unternehmen favorisiert und praktiziert wird
  • woher Widerstände gegen komplexes Denken stammen
  • wie man sich eine angemessene Bildungstheorie und –praxis vorstellen kann.

Peter Hannappel wird zunächst seine Erfahrungen mit unternehmerischer Bildungsarbeit darstellen. Anschließend besteht wieder die Gelegenheit zum offenen Austausch, z.B.  über eigene Erfahrungen mit Bildung im Unternehmen bzw. in Organisationen oder über nützliche und wünschenswerte Ansätze.

19:30 – 21:30 Uhr (Einlass von 19:00 – 19:30 Uhr)

Weitere Informationen

15. Sept. 11: Vom Wert der Pausen

Gespräch über Ruhe, Regeneration und Rhythmus mit Stephan Schmitz

„Was ist ein Loch? – Ein Loch ist nichts mit etwas darum herum.“ So witzelten wir als Schüler. Analog könnte es heißen: „Was ist eine Pause? – Eine Pause ist keine Aktivität mit Aktivität darum herum.“ Pause als Unterbrechung der Aktivität. Kann man „Pause“ definieren, ohne an Aktivität zu denken?
Arbeitnehmer haben ein Recht auf Pausen. Kurze und lange, Mittagspausen, Feiertage, Wochenenden und Urlaub. Sie dienen der Regeneration. Was soll regeneriert werden? Die Arbeitskraft. Dienen Pausen der Arbeit? Ist das der Sinn der Pause?
Pausen sind ein Politikum, eine Frage von allgemeinem Interesse: Wie viele verkaufsoffene Sonntage darf es geben? Brauchen wir noch den Sonntag? Schaden Feiertage der Volkswirtschaft? Ist die Pause, ökonomisch gesehen, vor allem ein notwendiges Übel?
Wie gestalten Menschen ihre Pausen? Wann kommt Langeweile auf? Wie viel Aktivität brauchen wir? Wenn wir die Regenerationspause durch Einnehmen einer Pille ersetzen könnten – wäre das der bessere Zustand?
Gibt es (noch) eine Kultur der Pause? Oder brauchen wir eine? Wie könnte sie aussehen

Stephan Schmitz, Diplom-Theologe und Diplom-Kaufmann (FH) ist Unternehmensberater und Coach. Er meint, ohne Pausen wäre alles nichts, denn die Pause ist der Raum des „Anderen“, und wo das „Andere“ keinen Raum hat, hat „Dies“ keinen Sinn mehr. Mit anderen Worten. Erst die Pause gibt der Aktivität ihren Sinn.
Nach einer kurzen Einführung in philosophische, kulturelle und ökonomische Aspekte der Pause werden wir im Salongespräch u.a. folgenden Fragen nachgehen:

  • Worin besteht der ökonomische und kulturelle Wert der Pausen?
  • Was hat sich an der Kultur der Pause verändert und wohin steuern wir?
  • Was erleben wir, wenn wir Pause machen, und was möchten wir erleben?

19:30 – 21:30 Uhr (Einlass von 19:00 – 19:30 Uhr)

Dieser Termin liegt in der Vergangenheit. Anmeldungen sind deshalb leider nicht mehr möglich.

Weitere Informationen

14. Juli 11: „Werbung ohne Gewissen?“

Gespräch über ethische Fragen in Bezug auf die Präsentation von Produkten und Marken durch die Medien

Werbung ist von ihrem Wesen her bereits mehr als die Abbildung eines Angebotes für eine Nachfrage. Sie erzeugt Bedürfnisse, befriedigt Wünsche, weckt Fantasien. Sie verfügt über ihre eigene Symbolik, über eine eigene Kultur und nicht zuletzt ist sie der Geschäftsinhalt einer mächtigen Branche.

Bereits Niklas Luhmann stellte für die Werbung fest, es sei ihr Prinzip, uns zu belügen.
Wir erwarten von der Werbung nicht die Wahrheit. Wir wissen, dass geschönt und übertrieben wird und dass es letztlich um eine Konsumentscheidung geht. Wenn wir also wissen, dass uns die Werbung ihrem Wesen nach die Unwahrheit präsentiert,

  • was genau wäre dann noch das Gewissenhafte der Werbung?
  • Kann es so etwas überhaupt geben?
  • Ist es nicht zu kurz gedacht, im Zirkel aus Produzent, Konsument und Werbendem gerade letzterem den schwarzen Peter der Verantwortung zuzuschieben?
  • Oder dürfen Verbraucher von der Werbebranche und ihren einzelnen Akteuren moralisches Bewusstsein und Handeln erwarten?

Theresa Züger M.A. studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Philosophie an der Universität zu Köln. Während ihrem Studium sammelte sie selbst berufliche Erfahrungen in einer Werbeagentur. Ihre Magisterarbeit schrieb Sie zu dem Thema „Internetethik und Internet Governance“. Heute promoviert sie im Fach  Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum.

An eine kurze Einführung ins Thema durch Frau Züger schließt sich, wie gewohnt, der Gedankenaustausch bei einem Glas Wein an.

19:30 – 21:30 Uhr (Einlass von 19:00 – 19:30 Uhr)