16. März 2017: Vom Wagnis, selbst hinzuschauen

Nachdenken über Seh-Gewohnheiten mit der Bildhauerin und Malerin Marianne Roetzel

Foto Marianne Roetzel
Marianne Roetzel (c) EM

Ein Thema der aktuellen öffentlichen Diskussion ist das Verhältnis von „Lüge und Wahrheit“. Die  verschiedenen Parteien werfen sich gegenenseitig vor, Vorurteile, Stereotype und Lügen zu entwickeln und zu verbreiten. Die Vorstellung hinter diesen Auseinandersetzungsprozessen ist offenbar die, dass es eine objektiv existierende und darstellbare Wirklichkeit gibt, die „richtig“ ist und die  – bei „richtigem“ Hinschauen, das man nur wollen müsse – sich jedermann und jederfrau zeigen würde.  Die Haltung, dass verschiedene Perspektiven auf ein Thema oder eine Situation zu einem differenzierten Bild führen, das auch Widersprüchliches enthalten kann oder sogar muss, scheint demgegenüber schwach und unattraktiv. Sie ist offenbar schwer auszuhalten, denn sie weckt auch unangenehme Gefühle und verwirrende Gedanken. Sie müht sich jedoch um einen redlichen Umgang mit den Fakten und scheut den Aufwand nicht, sich von vereinfachenden Seh- und Beurteilungsmustern zu trennen.

Die Bildhauerin und Malerin Marianne Roetzel lädt mit ihren Werken ein, sich auf einen eigenen, individuellen Seh- und Denkprozess einzulassen und sich von vorgegebenen Kategorien und Trends zu lösen. Im Salon sprechen wir mit ihr und den anderen Salongästen über die Erfahrungen, die Lust und die Mühe, uns selbst und unsere Lebensumwelt mit unseren Sinnen wahrzunehmen und auf eigene Gedanken zu kommen.

19:30- 21:30 Uhr (Einlass von 19:00 – 19:30 Uhr)

Dieser Salonabend ist schon vorbei. Eine Anmeldung ist nicht mehr möglich.